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Schon als kleiner Bub auf der Rückbank des elterlichen Autos, konnte ich während den Fahrten auf der Autobahn nicht verstehen, wie es sein kann, dass die LKW-Kolonne, welche wir einen Kilometer nach dem andern überholten, nicht aufhören wollte! Fragen tauchten auf wie „Wie viel Sprit verbraucht denn ein LKW?“ und „Wie viel Treibstoff verbrauchen alle LKWs an denen wir gerade vorbeigefahren sind?“, auch „Wo kommt denn der ganze Kraftstoff her?“ und nicht zuletzt die Frage an die Eltern „Verkraftet es die Erde, wenn wir den ganzen Treibstoff Tag für Tag in die Atmosphäre blasen?!“.
Auch wenn sich die Fragen beantwortet haben, so prägt mich die kindliche Wahrnehmung noch heute!
Als Jugendlicher inspirierte mich dann die Vorstellung eines solaren Wasserstoffzeitalters. Aus überschüssiger regenerativer Energie, einen chemischen Energiespeicher durch Wasserumwandlung zu gewinnen, welcher bei Nutzung nur wieder Wasser emittiert, muss doch die Lösung aller Probleme sein. Wie begeistert war ich, als die erste Wasserstofftankstelle am 01. Mai 1999, am Münchener Flughafen eröffnet wurde und BMW mit ihrer progressiven „clean energy Kampagne“ Werbung für eine innovative Mobilität machte. Dass sich das heiße Thema der kalten Verbrennung als Flop erweisen sollte, war damals für mich und anscheinend auch für alle Verantwortlichen nicht abzusehen.
So gründete ich das Diskussionsforum „Global Discussion“, welches sich bis heute erhalten hat und der Grundstein für die Gründung meiner Einzelfirma „GloDis conusultants“ war (www.glodis.com).
Damals drehte sich alles um die Realisierung des „Earth-Perpetuum-Mobile“. Thermodynamisch im geschlossenen System eine Unmöglichkeit, im offenen System allerdings unter Berücksichtigung und Einrechnung des Energieliefergaranten Sonne ein wunderbares Szenario! Dass die technische Umsetzung und auch die Handhabung mit, bis heute, unlösbaren Problemen behaftet ist, wollte damals niemand wahrhaben.

Allerdings realisieren sich Teile des Earth-Perpetuum-Mobile zur Zeit durch die Solar-Millennium AG. Mit dem Andasol Programm, welches auch durch die EU gefördert wird, wird mit solarthermisch erzeugtem Hochdruckdampf sauberer Strom erzeugt. Würden wir eine Fläche so groß wie Bayern in ein solarthermisches Kraftwerk umwandeln, dann wären die Weltenergieprobleme gelöst. Auch das Wasserstoffzeitalter könnte, wenn es die Menschheit wollte, beginnen!
Nachdem das Wasserstoffzeitalter jedoch auf sich warten ließ, suchte ich nach weiteren Alternativen, mein Leben, insbesondere meine Mobilität so CO2-neutral wie möglich zu gestalten. Im Jahr 2001 hörte ich einen Vortrag über die Möglichkeit mit nachwachsenden Rohstoffen, also mit nativen Pflanzenölen mobil sein zu können.
Erst ungläubig, dann auf einen Versuch ankommen lassend, verkaufte ich meinen Benziner und kaufte mir einen Diesel, welchen ich im Zweitanksystem auf Pflanzenöl umrüsten ließ.
Ich werde diesen Moment niemals vergessen, als ich das erste Mal auf die Autobahn fuhr und bei über 100 km/h von Diesel auf natives Pflanzenöl umschaltete. In der Erwartung, gleich den Pannendienst anrufen zu müssen, fuhr ich im strengsten Winter einfach mit reinem Salatöl weiter. Mittlerweile brachte mich das native Pflanzenöl zuverlässig und mit dem gleichen Auto, über 150.000 km weit.
Immer noch ungläubig über die angeblich unentdeckten Möglichkeiten, nativer Bioheiz- und –kraftstoffe, suchte ich Gleichgesinnte, die bereit waren, ehrenamtliche Zeit in die Aufklärung zu investieren und gründete mit 11 Gründungsmitgliedern am 09.09.2004 den Verein Mobil ohne Fossil e.V.
Nun ließe sich über die Aktivitäten des Vereins, seit Gründung, eine ganze Abhandlung schreiben. Viele Informationen finden sich auf der Internetseite des Vereins unter www.mobilohnefossil.org! Nicht abschließend waren Highlights:
• 2005/6: Flexi-Fuel-Initiative Deutschland – Ethanol statt Benzin (www.ethanolstattbenzin.de) – wir erreichten die Marktfreigabe von Flexi-Fuel-Fahrzeugen in Deutschland • Erteilung des Umweltpreis 2006 der Stadt Weilheim • Initiierung der Verfassungsbeschwerde native Pflanzenöle • Kampagne: CO2-Teufel (www.co2-calculator.eu) • Fernsehauftritte in ZDF und Bayerischem Fernsehen (Download) • Zündfunk-Interview; (Download) • Biokraftstoffberatung der Landwirtschaft mit GloDis consultants
Die Erfolge der letzten Jahre wurden aber immer wieder erschüttert durch die fragwürdigen Erfolge der großen lobbyistischen Gegner. Natürlich war das vorherzusehen, schließlich haben wir uns ja nicht die kleinsten Gegenspieler ausgesucht, nämlich die Automobilindustrie und die Mineralölwirtschaftsverbände (OPEC). Mit ihrer Kapitalstärke und durch ihr Lobbyistennetzwerk in den „Recht schreibenden Behörden“ schaffen sie es doch immer wieder Entscheidungen herbeizuführen, die selbst meine schlechteste Vorstellungskraft jedes Mal überflügelt.
Für den Verein, wie auch für mich persönlich, war bisher die gezielt polemisch und falsch geführte wie geschürte „Teller-Tank-Debatte“ mitunter am schlimmsten! Da das Vereinsziel von Mobil ohne Fossil e.V. die Förderung einer nachhaltigen Mobilität ist und wir uns auf den Umwelt-, wie den Klimaschutz berufen, konnten wir es anfangs gar nicht glauben, dass Umweltschutzverbände gegen uns mobil machten. Auf einmal standen unsere Ziele im Kontext mit Urwaldrodung, Zerstörung der Biodiversität, auch wurden wir verantwortlich gemacht für den Hunger auf dieser Welt.
Derweil ist in wenigen Sätzen zu erklären, wie falsch unsere Zielsetzung interpretiert und über einen Kamm geschert wurde mit den Machenschaften der Erdöl verarbeitenden Industrie.
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