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Windkraft im Landkreis Weilheim-Schongau

Weilheim setzt auf Windkraft in Bürgerhand
Durch die Anfrage der Weilheimer Agenda 21 - Arbeitskreis Energie und Klimaschutz im Januar 2012 wurde eine umfassende, öffentlich und damit bindende Antwort erreicht. Insbesondere in Bezug zur Windkraft wurde die Zusage der Bürgerbeteiligung gegeben. Den Fragen der Presse stellten sich Herr Prof. Dr. Emeis, Herr Orawetz und Herr Reichenberg.

Weilheim-setzt-auf-Windkraft_Agenda21-AK-Energie-u-Klimaschutz_red

 

Bayern plant Windpark-Offensive, Weilheimer Tagblatt 29.11.2011: PDF


 

Es weht heftiger Gegenwind gegen die Windkraft im Oberland

Die Energiewende wurde nach Fukushima von der Staatsregierung angeordnet. Jetzt wird sie mit der Brechstange umgesetzt. Von einer sanften Energiewende kann keine Rede mehr sein. Auch gut.., wenn es Jahrzente verschlafen wird. Damit sind jedoch viele Bürger nicht einverstanden und teilweise auch zu Recht! Was die Windkraft im Landkreis Weilheim-Schongau anbelangt, ist der regionale Planungsverband für die Umsetzung der Energiewende mit Windkraft verantwortlich. Der Planungsverband weist »Potentialflächen« aus, die Kommunen haben dann die Aufgabe daraus »Vorrangslächen« und »Vorbehaltsflächen« zu machen. Zu attestieren ist, dass zur Zeit GOLDGRÄBERSTIMMUNG herrscht. Landwirtschaftlicher Grund- und Boden welcher als Vorrangsfläche ausgewiesen wird, ist wie ein 6er im Lotto. So mancher Bürgermeister ist deshalb fehlgeleitet. S. hierzu folgende Berichte aus dem Jahr 2011: PDF

Wer »Nein« sagt investiert in große Anzeigen: PDF

Solch eine Anzeige würde ich mir nur einmal wünschen von Bürgern, die »JA« sagen zum Klimaschutz, zur regionalen Kreislaufwirtschaft und zur Energiewende. Es ist noch ein langer Weg!


Kleiner Windkraft-Glossar:
  • Privilegierung = Generell gilt die Privilegierung von Vorhaben zur Nutzung der Windenergie gem. § 35 Abs. 1 Satz 5 BauGB.
  • Regionalplan = Ist im Regionalplan kein expliziter Ausschluss festgelegt, ist die Errichtung von Windenergieanlagen auch außerhalb der Vorrang- und Vorbehaltsflächen möglich.
  • Potentialfläche = Regionaler Planungsverband übernimmt im Auftrag der bay. Staatsregierung die regionalplanerische Steuerung.
  • Vorrangfläche = Flächen, die in Zusammenarbeit mit den Kommunen als mögliche Windkraftstandorte definiert werden.
  • Vorbehaltsfläche = Flächen, die Potentialflächen sind, die aber unter Vorbehalt stehen.
  • Weiße Fläche = mögliche Standorte von WK auf regionalplanerisch unbeplanten Gebieten
  • Bay. Staatsregierung = Die Bayerische Staatsregierung hält unter der Voraussetzung der Raumverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Bürgerakzeptanz die Errichtung von 1.000 bis 1.500 neuen Windenergieanlagen bis zum Jahr 2021 für realistisch.
  • Bay. Staatsforste = Die Vergabe von Windenergiestandorten gehört zum operativen Geschäft der Bayerischen Staatsforsten.

Status Windenergienutzung, Ziele Bayerisches Energiekonzept, Genehmigungsverfahren, Baurecht, Privilegierung, Steuerungsmöglichkeiten, Flächennutzungsplan
Vortrag Zukunftsforum Wies, 21. Januar 2012 (Download - PDF


Bürgerbeteiligungsprojekt Windkraft im Kerschlacher Forst

Wie so oft, wenn es um Projekte der erneuerbaren Energien geht, wehren sich Bürger gegen deren Umsetzung. Die Beweggründe sind unterschiedlich. Unwissenheit, die Angst vor Unbekanntem, subjektive Ablehnung, aber auch direkte Beeinträchtigung können Grund für die Ablehnung sein. Da oft die Sichtweise für das "Große und Ganze" fehlt, muss weiter Aufklärung erfolgen. Die Gefahren, welche von zentralen fossilen und atomaren Kraftwerken der Stromerzeugung ausgehen, werden oft nicht wahr genommen sowie die immer größeren Umwelt- und Sozialauswirkungen durch den anthropogenen Treibhauseffekt.

Im Landkreis Weilheim-Schongau wird die mögliche Energiewende hitzig diskutiert. Ablehnung erfahren Biomasse-, Wasser-, Solar- und Geothermieprojekte ebenso wie die Umsetzung von Windkraft. Auf einen Nenner gebracht, wird jede Art der erneuerbaren Energien auf die eine oder andere Art bekämpft. So werden wir jedoch nicht den notwendigen Energiemix aus erneuerbaren Energien bereitstellen können, wenn jeder nur vor seiner eigenen Haustüre kehrt!


Ein Bürger im Landkreis Weilheim-Schongau versucht seit Juni 2010 ein Bürgerbeteiligungsprojekt im Kerschlacher Forst umzusetzen. Die Landkreisseite des Münchner-Merkur berichtete wie folgt:

  • Vorberichterstattung / Windräder im Kerschlacher Forst ? - PDF
  • Berichterstattung über erste Abendveranstaltung - PDF [Eine Vision und persönliche Beleidigungen]

Selbst war ich auf dieser Informationsveranstaltung, auf der hitzig, polemisch und teils aggressiv diskutiert wurde. Im Nachgang erhielt ich von einer Bürgerin untenstehende eMail, auf die ich wie folgt antwortete:

Sehr geehrte Frau XXX,

Ihre untenstehende eMail habe ich zur Kenntnis genommen und antworte wie folgt darauf.

Ebenso wie Sie und andere Bürger, war ich auf dieser Veranstaltung um mich zu informieren. Ich habe von diesem Informationsabend ebenfalls aus der Zeitung erfahren und drei Tage zuvor ein telefonisches Gespräch mit Herrn Ludwig gehabt.

Da wir, also der Arbeitskreis der Agenda21 [Energie- und Klimaschutz] sowie ich selbst seit der letzten Kommunalwahl auch in Funktion als Kreisrat die Energiewende Pfaffenwinkel seit über 10 Jahre fordern und begleiten, sind wir bekanntlich erneuerbaren Energien gegenüber positiv aufgeschlossen. Natürlich nicht um jeden Preis, aber dort wo möglich und sinnvoll generell schon.

Um nicht blind etwas zu fordern ohne eine Grundlage zu haben, hat sich der Landkreis entschlossen ein „Klimaschutzkonzept für den Landkreis Weilheim-Schongau zu erstellen“. Die Kernaussage dieses Gutachtens ist, dass wir, also die Bürger, die Energiewende im Landkreis schaffen können. Wie ich auf der Veranstaltung bereits sachlich mitgeteilt habe, wurden 2007 im Landkreis etwa 200 Mio. Euro für Energieimporte (Erdöl, Erdgas, Strom) ausgegeben. Diese Summe könnten wir im Landkreis bei einer regionalen Vollversorgung mit heimischen Energieträgern zurück halten. Dadurch könnten etwa 3.500 bis 4.000 zusätzliche Arbeitsplätze im Energiesektor entstehen.

Zur Windkraft äußert sich das Gutachten wie folgt: „Auch die Windenergienutzung wird im Landkreis kontrovers diskutiert. Der bestehende Regionalplan schließt fast alle besonders geeigneten Standorte kategorisch aus. Daher kann nur empfohlen werden, den Regionalplan alle paar Jahre hinsichtlich der Relevanz der zugrunde gelegten Kriterien zu überprüfen und gegebenenfalls entsprechend anzupassen. Für ein Szenario bis zum Jahr 2020 wird angenommen, dass zusätzlich zum bestehenden Windrad bei Peiting noch zwei Windkraftanlagen mit jeweils 2 MW elektrischer Leistung installiert werden. Diese erbringen bei 1.500 Vollaststunden einen zusätzlichen Beitrag von etwa 6 GWHel/a. Die damit verbundenen Investitionskosten liegen bei etwa 4-5 Mio. Euro.

Nun kommen von Ihnen mir gegenüber verschiedenste Vorwürfe. Dazu folgendes:

  • Dass Sie den subjektiven Eindruck der Überheblichkeit hatten, verstehe ich nicht. In meinen beiden Wortbeiträgen habe ich die oben benannten Fakten fachlich vorgetragen. Ohne jede Polemik und ohne, wie es andere Bürger an diesem Abend getan haben, mit Gelächter oder sogar Beschimpfungen.
  • Meine Glaubwürdigkeit dürfte auch nicht im Zweifel stehen, da ich mich seit Jahren für die Energiewende einsetze und Möglichkeiten suche, diese im Landkreis umzusetzen. Die Frage um den Standort der Windkraftanlagen habe ich an diesem Abend weder befürwortet noch abgelehnt. Vielleicht ist dies ja in der emotionalen Diskussion von einigen im Saal untergegangen.

Nun ein paar Worte zu dem Bürger und Initiator Herrn Ludwig und zur Sinnhaftigkeit von Bürgerbeteiligungsprojekten. Ich begrüße es sehr, dass ein Bürger unseres Landkreises sich die Arbeit und Gedanken über die Umsetzung von Windkraftanlagen macht. Und Herrn Ludwig unterstelle ich nicht, wie es an dieser emotionsgeladenen Abendveranstaltung von Bürgern der Fall war, dass er eine „Heuschrecke“ wäre oder sogar von einem der großen Stromkonzerne gekauft worden wäre. Ganz im Gegenteil ist Herr Ludwig doch sehr authentisch und schilderte den Zuhörern seine Beweggründe. Er wolle die Energiewende und setzt sich für Umwelt- und Klimaschutz ein. Das ganze Vorhaben wolle er mit Beteiligung von Bürgern realisieren, die die Energiewende mit tragen wollen. Ein Bürgerbeteiligungsprojekt soll es demnach werden, bei dem die Wertschöpfung aus der regenerativen Energiegewinnung im Landkreis und den Nachbargemeinden bleiben soll. Nichts daran ist verwerflich und ich denke, niemand sollte lt. Ihrer Aussage für „dumm verkauft“ werden. Für Herrn Ludwig war es, wie er selbst mitteilte, die erste Informationsveranstaltung. Er wollte informieren, Fragen beantworten und Fragen aufnehmen. Von Anfang an wurde die Veranstaltung jedoch durch Raunen und Unmutsäußerungen gestört. Die Vorwürfe, die gegenüber Herrn Ludwig geäußert wurden sehe ich persönlich als Beleidigung an Herrn Ludwig an. Wie gesagt kenne ich Herrn Ludwig nicht und muss ihn in keiner Weise in Schutz nehmen. So wie an diesem Abend jedoch diskutiert wurde, ist Herrn Ludwig zukünftig anzuraten, einen Moderator einzusetzen, der eine geregelte Abendveranstaltung garantiert.

Die Aussage von Herrn Kreisrat Karl-Heinz Grehl war in diesem Zusammenhang übrigens keine „Drohung“, sondern eine Klarstellung. Eon und Co. investieren in dezentrale Projekte, was generell ja auch zu begrüßen ist. Der Antrag für Windenergieanlagen kann selbstverständlich jederzeit auch von einem großen Konzern gestellt werden. Die entscheidende Instanz ist dann der Landkreis und vor allem die Kommune. Allerdings wird eine Eon die Bürger vorher nicht fragen, ob sie eine Windkraftanlage bauen darf oder nicht.

Dass die Energiewende vor Ort nicht ohne Beeinträchtigung stattfinden wird und kann, ist mir bewusst. Sie fragen mich nach der Verhältnismäßigkeit. Das ist eine sehr interessante Frage, auf die ich gerne eingehen möchte. Über 90 % unseres Energieverbrauchs basiert auf fossile Rohstoffe und Kernenergie. Unsere Welt leidet in immer schnellerem Umfang an den Folgen unseres Tuns und Unterlassens. Sichtbare Schäden wie im Golf von Mexiko und in Nigeria (s. LINK dort) machen uns mehr oder weniger kurzzeitig betroffen. Die nicht immer sichtbaren Schäden des anthropogenen Treibhauseffektes ignorieren wir, da sie uns (noch) nicht direkt betreffen. Die sozialen und ökologischen Schäden unseres Lebensstils baden meistens andere Menschen und Länder aus. Sobald es uns dann selbst betrifft, ist die Bestürzung groß!

Der Kerschlacher Forst ist eine wunderbare Gegend in der ich oft selbst unterwegs bin. Ich kenne die Gegebenheiten sehr gut und hoffe, dass diese Gegend auch die nächsten Jahrzehnte so attraktiv bleiben wird. Dabei sehe ich die Folgen des anthropogenen Treibhauseffekts und die Folgen der Rohstoffverknappung als größte Gefahr an, dass dies alles eben nicht so bleiben wird, wie es heute ist. Um dem entgegenzuwirken müssen wir weltweit handeln und es fängt bei jedem Einzelnen an. Deshalb bin ich auch der Windkraft positiv aufgeschlossen und freue mich auf deren weitere Umsetzung. Wo und wie, werden die hoffentlich fairen Diskussionen zeigen.

Somit verbleibt,
mit sonnigen Grüßen
Marcus Reichenberg

eMail vom 17. Juli 2010

Sehr geehrter Herr Reichenberg,

nach dem gestrigen Abend bei der Inforamtionsveranstaltung Wind"park" Kerschlacher Forst bereue ich es zutiefst, Ihnen meine Stimme bei der letzten Bundestagswahl gegeben zu haben. Ihr Auftreten und das des Kreistagsabgeordneten Karl-Heinz Grehl war äußerst überheblich und und das eines Gutmenschen der sich in seiner eigenen Rechtschaffenheit sonnt. Sie können doch von mündigen Bürgern nicht erwarten, dass sie sich mit einer solchen "Desinformations" Veranstaltung abspeisen lassen. Es wurde bewußt unterlassen, Fotomontagen oder - animationen (die anscheinend existierten) zu zeigen, die das wahre Erscheinungsbild einer solchen Anlage von mehreren Standorten aus im Landschaftsschutzgebiet Kerschlacher Forst erahnen lassen.

Bei Fragen nach der Lärmbelästigung einer solchen Anlage wurde nicht adäquat geantwortet, beim Thema Infraschall kam höchste Polemik auf, als ob der Einwender diesen Begriff gerade erfunden hätte. Beim googeln nach Windkraft und Lärmbelästigung kommt man an diesem wort gar nicht vorbei. Und der Höhepunkt der Bevormundung lautete: "Wir können Euch (?) nicht versprechen, dass, wenn Ihr jetzt nicht mitmacht und der Wind"park" nicht zustande kommt, nicht anschließend Heuschrecken, Eon etc. die Anlage bauen werden." Was soll das??? Es ist nur allzu menschlich, dass hier Aggressionen entstehen, wenn man derart für dumm verkauft werden soll, zumal die Vorabinformationen äußerst spärlich waren. Sonst wären gestern sehr viel mehr Menschen gekommen.

Zu meiner Person: Ich bewirtschafte seit 1980 das Gut XXX. Auf diesem Betrieb im Landschaftsschutzgebiet Kerschlacher Forst befinden sich- das Naturschutzgebiet Pähler Schlucht , FFH- Gebiete und Schutzwald. Von diesen Einschränkungen ist der gesamt Betrieb betroffen. Dass sich solche Gebietsausweisungen bei uns befinden spricht im Grunde für unsere naturnahe Bewirtschafungsweise, die sich nie an jeglicher "Flurbereinigung" beteiligt haben. Hiermit schließe ich den Golfplatz Hohenpähl ein, der schon mehrere Umweltpreise bekommen hat und in engem Kontakt mit der Unteren Naturschutzbehörde steht. Interessant ist hierbei, dass bei der Einrichtung der FFH-Gebiete der Staatsforst nicht betroffen war. Dort wo jetzt der Wind"park" entstehen soll. Ich bin von Ihnen als Politiker sehr enttäuscht, Sie haben sehr an Glaubwürdigkeit verloren, denn man sollte tatsächlich abwägen, wo solche Anlagen hinkommen und Autobahnen werden ja auch nicht überall gebaut. Zu guter letzt. Ja. ich benutze einen Kühlschrank etc. und irgendwo muss der Strom ja herkommen (u.A. von einer 10 KW Photovoltaikanlagen im Gut XXX).

Ich erwarte von Ihnen als Poliker, dass Sie sich für das Naheliegendere einsetzen: Wie wäre es gegen den Stand-By Betrieb unzähliger Elektrogeräte vorzugehen, die deutsche Autoindustrie aus dem Dornröschenschlaf zu wecken und vielleicht hier mal etwas Polemik aufkommen zu lassen, in Anbetracht der vielen ( weißen! )Geländewägen in unseren Städten.

Mit freundlichen Grüßen
XXX


Schon 2003 war ich erstaunt und begeistert von der Kraft des Windes. Ich persönlich finde Windkraftanlagen ästhetisch und glaube, dass sie sich auch in Oberbayern vereinzelt gut in die Landschaft einfügen lassen. Damit meine ich nicht die Kulisse der Alpen, die Höhenrücken des Alpenvorlandes sind jedoch geeignet!

Nachfolgendes Foto entstand 2003 in Ob, nähe dem Sonnendorf Rettenbach am Auerberg, bei einem Fahrertreffen der Pflanzenölbranche in Augsburg.

Windkraftrad_im_Allgaeu__mit_Marcus-Reichenberg

2003-Pflanzenoeltreffen_Augsburg_Windkraft_Ob

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
News:

Feb. 2012. Beantwortung Fragebogen. Die Bayerische Staatsregierung hat am 11. November 2011 den Entwurf

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