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Vorstellung "Klimaschutzkonzept für den Landkreis Weilheim-Schongau" Februar/März 2010
Mit dem Klimaschutzgutachen wurde ein Meilenstein für den Landkreis gesetzt. Auf Basis der Jahre 1990 und 2007 wurden die Energie- und Klimakennzahlen durch die Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH ermittelt. Durch das Wissen der Basisdaten, kann jetzt die Umsetzung der Resolution "Zukunft der Energie" verfolgt und der Erfolg oder das Scheitern beurteilt werden. Der Landkreis steht vor einer großen Aufgabe, die es jetzt mit allem politischen Nachdruck umzusetzen gilt.
Hier die Kurzform des Klimaschutkonzeptes zum Downloaden: KLIMASCHUTZKONZEPT
Energieflussdiagramm der Energieströme im Landkreis Weilhiem-Schongau. Alle Angaben sind in GWh (1 GWh entspricht 1 Mio. kWh).

Presse: DOWNLOAD
In der Kreistagssitzung vom 14. Mai 2010 stellte Herr Dr. Werner Zittel von der LBST GmbH das Klimaschutzkonzept für den Landkreis Weilheim-Schongau offiziell dem Kreistag und der Öffentlichkeit vor (Informationen zur Kreistagssitzung: LINK). Dass Gutachten ist untergliedert in:
- Teil 1: Bestandsaufnahme von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen
- Teil 2: Ermittlung der Potenziale zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen
- Teil 3: Vorschläge für erste Maßnahmen zur Umsetzung
Das die Energiewende ein Profit für den Landkreis bedeutet wird unter Punkt 5.3 wie folgt ausgeführt:
Anhand der Energiebilanz und des Energieflussdiagramms lassen sich die Finanzströme abschätzen, die durch Energieimporte jedes Jahr den Landkreis verlassen. Demgemäß wurden im Jahr 2007 etwa 200 Mio. Euro für Energieimporte in den Landkreis ausgegeben.
Diese Rechnung ist zwar stark vereinfachend, da die Wertschöpfungskette nur unzureichende agebildet wird. Aber sie git die Größenordnung der Gelder, die bei einer regionalen Vollversorgung mit heimischen Energieträgern im Landkreis gehalten werden könnten. Mit etwa 50.000,- Euro je Arbeitsplatz entsprächen dies etwa 3.500 - 4.000 zusätzliche Arbeitsplätze im Energiesektor.
| Energieträger |
Importmenge |
Spez. Kosten |
Gesamtkosten |
| Erdöl |
1.991 GWh
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7 ct/kWh
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140 Mio. Euro
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Erdgas
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766 GWh
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5 ct/kWh
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38 Mio. Euro
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Strom
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190 GWh
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~ 15 ct/kWh
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29 Mio. Euro
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Summe o. UPM
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2.950 GWh
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.
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207 Mio. Euro
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Schlussfolgerung des Klimaschutzkonzept für den Landkreis Weilheim-Schongau
Die in dem veröffentlichten Bericht durchgeführten Analysen und Szenariorechnungen zeigen:
- Das Klimaschutzziel des Kreistagsbeschlusses vom 23. Juli 2007 "bis zum Jahr 2020 mindestens 40% der klimarelevanten Emissionen gegenüber dem Jahr 1990 einzusparen" ist erreichbar.
- Allerdings wird dieses Ziel nicht erreicht, wenn die bestehenden Trends in die Zukunft fortgeschrieben werden.
Damit dieses Ziel erreicht wird, müssen folgende Hemnisse überwunden werden:
- Der Energieverbrauch und die damit verbundenen Emissionen müssen insbesondere im Wohngebäudebestand deutlich reduziert werden. Die bisherige Sanierungsrate von etwa 1% p.a. muss deutlich gesteigert werden auf mindestens 2 - 3 % p.a. besser jedoch auf 4% p.a. Um dies zu erreichen, ist ein wesentlich offensiveres Marketing notwendig, das die Kommunen auch über ihre Vorbildfunktion wahrnehmen können, oder umgekehrt, wenn die Kommunen mit ihrem Gebäudebestand nicht vorbildlich umgehen, dann kann es nicht vom privaten Wohnungsmarkt erwartet werden.
- Die Vorbildfunktion alleine wird nicht ausreichen. Es wird notwendig sein, offensiv an Eigentümergemeinschaften, Wohnbaugesellschaften und Hausbesitzer heranzugehen.
- Im industriellen und gewerblichen Bereich muss vor allem der Brennstoffverbrauch zur Wärmeerzeugung reduziert werden. Auch hier sind vor allem offensive Informationskampagnien über bestehende technische Möglichkeiten und staatliche Anreizprogramme notwendig.
- Eine zweite wesentliche Voraussetzung zur Erreichung des Klimaschutzzieles ist es, das Mobilitätsverhalten dahingehend zu beeinflussen, dass einerseits sprarsamere Fahrzeuge gekauft werden und zweitens im Durchschnitt von jedem Fahrzeug im Landkreis die Jahresfahrleistung dauerhaft um mindestens 20% zurückgeht. Die Erfahrung zeigt, dass moralische Appelle bisher wenig Einfluss auf das Fahrverhalten hatten. Das wird sich erst ändern, wenn eine wesentliche offensivere Informationsstrategie zur Veränderung der Leitbilder durchgeführt wird und/oder die Kraftstoffpreise deutliche Preissignale setzen. In den vergangenen Jahren hat sich bereits angedeutet, dass hohe Benzinpreise durchaus eine Lenkungswirkung in die gewünschte Richtung haben.
- Man muss sich bewusst sein, dass die Gewerbestruktur des Landkreises Weilheim-Schongau in hohem Maße von der Kfz-Zulieferindustrie geprägt ist. Die aus umweltpolitischer Perspektive gewünschte Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs hat auf der anderen Seite natürlich eine dämpfende Wirkung auf die Auto- und Autozulieferindustrie. Damit es hier nicht zu Verwerfungen kommt, müssen die mit dieser Veränderung verbundenen Probleme abgefangen und in positive Bahnen gelenkt werden.
- Es ist offensichtlich, dass dieser Strukturwandel unabhängig vom Klimaproblem und dem Klimaschutzziel des Landkreises durch die zunehmende Verknappung und damit Verteuerung fossiler Kraftstoffe erzwungen wird. Dies wird zunehmend die Akzeptanz der zu ergreifenden Maßnahmen erhöhen.
- Der notwendige Umbau kommt einem radikalen Strukturwandel gleich, wie er auch in der Vergangenheit immer bei Änderung fundamentaler Randbedingungen stattfand. Diesen Strukturwandel gilt es in positiver Weise zu begleiten und zu unterstützen.
- Im Bereich der regenerativen Stromerzeugung liegt noch ein großes Potenzial. Allerdings wird dieses zunehmend bereits allein durch Marktmechanismen (gestützt auf nationale Förderprogramme) erschlossen, so dass in diesem Bereich kaum landkreiseigene finanzielle Unterstützung notwendig ist.
- Die in diesem Strukturwandel notwendigen Änderungen verlangen nach einem deutlichen Ausbau der entsprechenden Dienstleistungen und Produkte. Es wird ein zunehmender Teil der Bruttowertschöpfung in diesem Bereich stattfinden. Diesen positiven Trend gilt es zu unterstützen und zu nutzen.
Weilheimer Tagblatt 17.05.2011: Alles zum Klimaschutz(konzept) PDF
Mehr über das Klimaschutzkonzept des Landkreises Weilheim-Schongau auf der Homepage: http://www.klimaschutz-weilheim-schongau.de
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